Samstag, 3. November 2012

Gnadenlos überladene Fahrzeuge


    In Davao auf den Philippinen
    Gnadenlos überladene Fahrzeuge
    2. November 2012

Filipinos und Fahrzeuge verbindet eine besondere Liebe. Die Fahrzeuge werden bemalt – auch um den Rost zu überdecken - und fast täglich geputzt. Alles muß sauber sein und blitzen. Beim Straßenverkehr in den großen Städten geht es schon diszipliniert zu, wenn auch noch nicht in unserem Sinne, besonders was das Verhalten an den Zebrastreifen angeht !!!!.


Aber manchmal – besonders in der Provinz - bleibt einem das Herz stehen, wenn man sieht, wie viele Leute sich in oder auf ein Fahrzeug quetschen. Und spricht man sie darauf an oder spricht von Sicherheit, besonders wegen der mitfahrenden Kleinkinder – keine Chance. Das ist eben so.

Das für mich Schlimme ist, dass meistens die Tricycle (= Motorrad mit angebauten Transport-Beiwagen) oder Jeepneys den Fahrern gar nicht gehören, sondern gemietet sind oder der Bank gehören. Und bei einem Unfall, bricht über die Familie ein großes Unheil herein, da meistens die Familienmitglieder als Bürgen gehaftet haben. Außer den Kosten für Krankenhaus sind dann die anfallenden Raten an die Bank zu zahlen. Und was macht eine Familie, der dann das Wasser bis zum Hals steht ? Na, die flüchtet irgendwo hin und taucht unter. Einfach weg.

An all das denken die Fahrer von Jeepneys, Tricycle oder Motorräder nicht so arg. Es ist der Besitzerstolz, der sie zu waghalsigen Überholmanövern veranlaßt. Oder, wie viel mehr ihr Fahrzeug an Last tragen kann. Da setzt die Findigkeit der Filipinos ein, wenn man an die Verlängerungen des Chassis von LKWs denkt, die einfach gut 1 Meter länger gemacht werden – natürlich mit einer Holzbalken-Konstruktion.


Was bei LKWs mit Holz möglich ist, wird bei Jeepneys, Tricycles oder Motorrädern mit zusätzlicher Federung und Stoßdämpfern gemacht, die „einfach genial“ angeschraubt oder angeschweißt werden. Was dann meistens mit der Zeit kaputt geht, sind weniger die zusätzlichen angebauten Dinge, sondern ist der Tragrahmen, der für solche Überlastungen nicht konstruiert wurde.




So erfinderisch wie die Filipinos in der technischen „Erweiterung“ ihrer Fahrzeuge sind, so erfinden sie Namen. So zum Beispiel für die Motorräder, wo manchmal bis zu 8 Personen ( incl. Babys) sitzen – natürlich auf einem angebrachten Brett, das nach hinten übersteht. Dieses Transportmittel heißt in der Normalausführung „SKY LOVE“. Und so wie der Personen auf dem Brett dicht-an-dicht sitzen, wie „Hühner auf der Stange“, das wird „habal-habal“ genannt – ein Slang-Ausdruck, der zum Geschlechtsakt gehört. Witzig, aber sehr treffend.

Mit freundlichen Grüßen
Ludwig aus Davao


1 Kommentare:

Heidi Natalie hat gesagt…

Diese überladenen Fahrzeuge kennen wir ja von den Philippinen nicht anders :)

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